Brancheninterview: Wie die Digitalwirtschaft die Transformation vorantreibt

Von Anwendung zu Gestaltung von KI

Die Digitalwirtschaft zählt in der Metropolregion Nürnberg zu den zentralen Zukunftsbranchen. Laut Fabian Haas, Geschäftsführer des NIK e. V., verfügt die Region über eine besonders starke IT- und Kommunikationsbranche und nimmt im bundesweiten Vergleich bei der Beschäftigtenquote in diesem Sektor eine Spitzenposition ein. Charakteristisch für die Branche ist dabei ihre hohe Innovationskraft: Sie gestaltet die digitale Transformation nicht nur mit, sondern treibt sie aktiv voran.

Insbesondere beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gilt die Digitalwirtschaft als Vorreiter. Während viele Branchen noch erste Erfahrungen sammeln, sind zahlreiche IT-Unternehmen bereits tief in die Entwicklung und Anwendung von KI-Lösungen eingebunden. Unternehmen, die frühzeitig auf KI gesetzt haben, profitieren heute von Effizienzsteigerungen, neuen Geschäftsmodellen und einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit. Zu den aktuellen Technologietrends zählen neben KI auch Digitale Zwillinge sowie Fragestellungen rund um digitale Souveränität und regulatorische Anforderungen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Branche ist die starke Forschungs- und Netzwerkstruktur der Region. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und etablierte Unternehmen arbeiten eng zusammen und schaffen so ein leistungsfähiges Innovationsökosystem. Die Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft ermöglicht es, neue Technologien schnell in die Praxis zu überführen und innovative Lösungen für unterschiedlichste Anwendungsfelder zu entwickeln. Fabian Haas hebt insbesondere die gute Forschungslandschaft und die gewachsene Transformationshistorie der Region als wichtige Standortvorteile hervor.

Wie groß das Potenzial von KI bereits heute ist, zeigen Beispiele aus der regionalen Forschungslandschaft. So entwickelt das Fraunhofer IIS KI-gestützte Bildanalyseverfahren für die Auswertung medizinischer Gewebe- und Zellproben. Durch den Einsatz moderner Verfahren wie Foundation Models oder Few-Shot-Learning können selbst große und komplexe Datenmengen effizient analysiert werden. Solche Anwendungen verdeutlichen, wie KI nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern auch neue Möglichkeiten in Forschung und Wirtschaft eröffnet.

Für die Zukunft sieht Haas die Digitalwirtschaft weiterhin in einer Schlüsselrolle. Beschäftigte arbeiten zunehmend als Gestalter und Steuernde von KI-gestützten Prozessen. Neben technischem Verständnis gewinnen deshalb Kompetenzen wie Lösungsorientierung, Kundenfokus und der souveräne Umgang mit KI-Systemen an Bedeutung. Die Branche zeigt damit beispielhaft, wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz erfolgreich genutzt werden können, um Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Transformation voranzubringen.

Schriftliches Interview mit Fabian Haas vom 17.12.2025

Weitere Informationen und Kontakt:
NIK e.V. | Netzwerk der Digitalwirtschaft
Fabian Haas
Obermaierstraße 7
D-90408 Nürnberg
www.nik-nbg.de
info@nik-nbg.de

Julia Wittmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH im Zukunftszentrum Süd

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