Brancheninterview: Arbeiten in der Logistik von morgen

Welche Kompetenzen künftig zählen

Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt – auch in der Mobilitäts- und Logistikbranche. Doch bedeutet das automatisch, dass menschliche Arbeit an Bedeutung verliert? Im Gegenteil, sagt Dr. Rudolf Aunkofer vom CNA e. V. (Center Neuer Adler): Die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre liegt weniger in der Technologie als vielmehr im Generationenwechsel. Viele erfahrene Fachkräfte werden in den Ruhestand gehen, gleichzeitig müssen Unternehmen Nachwuchs gewinnen, gelerntes Know-how weitergeben und neues Wissen aufbauen.

Digitale Technologien verändern dabei vor allem die Inhalte von Tätigkeiten. Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert, administrative Prozesse vereinfacht und Beschäftigte erhalten mehr Flexibilität – beispielsweise durch digitale Arbeitsmittel oder Homeoffice-Möglichkeiten in geeigneten Bereichen. Die grundlegenden Aufgaben der Branche bleiben jedoch bestehen: Menschen und Güter müssen weiterhin zuverlässig bewegt werden.

Für Beschäftigte bedeutet das vor allem, sich auf veränderte Anforderungen einzustellen. Neben fachlichem Know-how gewinnen soziale und kommunikative Kompetenzen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig werden digitale Grundkompetenzen immer wichtiger, um mit digitalen Anwendungen, mobilen Endgeräten oder neuen Softwarelösungen sicher umgehen zu können. Dabei geht es nicht darum, Expertin oder Experte für jede neue Technologie zu sein. Vielmehr zählt die Fähigkeit, digitale Werkzeuge sinnvoll und effizient im Arbeitsalltag einzusetzen.

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz verfolgt die Branche einen pragmatischen Ansatz. KI wird vor allem dort eingesetzt, wo sie Beschäftigte unterstützt und Prozesse vereinfacht. Ein großflächiger Ersatz menschlicher Arbeitskraft wird dagegen in Transport & Logistik derzeit nicht erwartet. Gerade in den hochvernetzten und komplexen Systemen von Mobilität und Logistik bleiben Erfahrung, Problemlösungskompetenz und menschliche Entscheidungen unverzichtbar.

Die Zukunft der Arbeit in der Logistik wird daher nicht allein durch neue Technologien bestimmt. Entscheidend wird sein, wie Unternehmen ihre Beschäftigten bei Veränderungsprozessen begleiten und welche Kompetenzen sie fördern. Denn auch in einer digitalisierten Branche bleibt der Mensch der wichtigste Erfolgsfaktor.

Interview mit Dr. Rudi Aunkofer vom 29.01.2026

Weitere Informationen und Kontakt:
CNA e.V.
Cluster BahnTechnik | Logistik Initiative Bayern
Dr. Rudolf Aunkofer
Theresienstraße 9
90403 Nürnberg
info@cna-ev.de
www.cna-ev.de

Julia Wittmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH im Zukunftszentrum Süd

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