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Die Bedeutung von Future Skills: Mehr als nur ein Buzzword?

Notizbuch mit Skizze zu beruflichen Schlagwörtern

Die Transformation ist in vollem Gange und Digitalisierung keine Zukunftsmusik mehr, sondern längst in der Realität angekommen. Mit der Veränderung der Arbeitswelt stehen Unternehmen vor einer Reihe an Herausforderungen, wie dem Fachkräftemangel, demographische Entwicklungen oder der vermehrte Einsatz neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz und vernetzte Fertigung, die es in den kommenden Jahren zu meistern gilt.

Dabei verändert sich auch die Arbeit selbst und ihre Rahmenbedingungen. Der digitale Arbeitsplatz ist für viele Beschäftigte spätestens seit der Corona Pandemie zum Standard geworden. In diesem Rahmen beschäftigen sich Praxis und Wissenschaft in der betrieblichen Bildung mit der Frage nach Zukunftskompetenzen: Welche Anforderungen kommen auf Arbeitnehmende zu, welche Fähigkeiten werden gesucht auf dem Markt und was müssen diese für die Arbeitswelt von morgen mitbringen? Den sogenannten Future Skills kommt eine wichtige Bedeutung zu – denn diese sind viel mehr als nur ein Buzzword.

Laut der Future Skills Studie der Agentur zur Förderung der beruflichen Weiterbildung in der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg lassen sich die Zukunftskompetenzen in vier Kategorien einteilen:

  1. Technologische Fähigkeiten
  2. Industriefähigkeiten
  3. Digitale Schlüsselqualifikationen
  4. Überfachliche Fähigkeiten

In der Beratungspraxis des Zukunftszentrum Süd zeigt sich, dass Unternehmen oftmals bei den technologischen- und Industriefähigkeiten ansetzen, wenn sie sich mit dem Thema Digitalisierung befassen. Diese sind greifbar und lassen sich gut in Anforderungen übersetzen, wofür auf dem Arbeitsmarkt Personal mit entsprechenden Qualifikationen und Fachwissen gesucht wird. Die digitalen Schlüsselfähigkeiten und überfachliche Fähigkeiten sind jedoch genauso relevant, auch wenn sie gerne mal den Softskills zugerechnet und nachrangig behandelt werden.

Vertrauen aufbauen und eingefahrene Wege verlassen

Um eine agile Unternehmenskultur zu etablieren, benötigt es einen Wandel der Organisation von innen heraus und alle Beschäftigten müssen mitgenommen werden. Dazu gehören agile Arbeitsweisen und digitale Kollaboration & Interaktion sowie Eigeninitiative, Kreativität, Kundenorientierung, aber auch Flexibilität und Resilienz. Hier sollten Unternehmen ansetzen und die nötigen Fähigkeiten durch Qualifizierung im eigenen Haus aufbauen. Dies haben die Unternehmen bereits erkannt. So berichten die in einer Bedarfserhebung des Zukunftszentrums Befragten, dass die Mitarbeitenden mitzunehmen und Akzeptanz herzustellen große Herausforderungen bei der Digitalisierung sind. Genauso wie Misstrauen abzubauen, eingefahrene Prozesse zu ändern und Mitarbeitende in die Richtung Digitalisierung zu entwickeln bzw. schulen.

Umdenken in Gang setzen

Nur wenn alle Beschäftigten mitgenommen werden, kann es gelingen eine Kultur zu schaffen, die den Wandel unterstützt, statt ihn auszubremsen. Genau aus diesem Grund kommt den digitalen Schlüsselqualifikationen und überfachliche Fähigkeiten eine mindestens genauso große Bedeutung zu, wie den technologischen- und Industriefähigkeiten.

Im Rahmen des Lernangebots „Skills für die Arbeitswelt von Morgen“ des Zukunftszentrums erhalten Lernende einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema, lernen die wichtigsten Kategorien von Future Skills kennen und was sich hinter diesen verbirgt. Teilnehmende haben die Gelegenheit, sich mit ihren eigenen digitalen Kompetenzen in einer Selbsteinschätzung auseinanderzusetzen und gemeinsam in der Gruppe zu reflektieren. Weitere Informationen finden Sie hier: Übersicht zum Lernangebot (zukunftszentrum-sued.de)


Über die Autorin:

Dr. Julia Becker ist Projektkoordinatorin am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung f-bb gGmbH

Dr. Julia Becker ist Projektkoordinatorin am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH. Das f-bb ist Konsortialleitung des Zukunftszentrum Süd.


 

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