Zukunftszentrum Süd: Beratungsthemen und Herausforderungen

Eine Person berührt ein digitales Zahnradsymbol, während verschiedene Technik- und Globussymbole im Vordergrund schweben.

Die Beratungspraxis des Zukunftszentrums Süd (ZZSÜ) im Jahr 2025 zeigt deutlich, wie eng die Themenfelder Technik, Mensch und Organisation miteinander verwoben sind. Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, digitale Technologien sinnvoll zu integrieren, Mitarbeitende mitzunehmen und organisatorische Prozesse neu zu denken.

Digitalisierung und KI im Fokus

Der Großteil der Beratungsanfragen bezieht sich auf den Bereich Technik, insbesondere auf die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Prozessautomatisierung und im Datenmanagement. Besonders gefragt sind derzeit Chatbots, die sowohl im Kundenservice als auch in der internen Kommunikation eingesetzt werden. Auch die Integration von KI in Office-Management, Marketing und Vertrieb, die digitale Zeiterfassung sowie die Dokumentenverarbeitung sind zentrale Anliegen. Unternehmen wünschen sich Tool-Übersichten, realistische Einschätzungen zum Nutzen und Einstiegsberatungen, um erste Schritte mit KI zu gehen.

Mensch im Mittelpunkt der digitalen Transformation

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einbindung der Mitarbeitenden in Digitalisierungsprozesse. Hier stehen Qualifizierungsangebote wie Schulungen zu generativer KI, Future Skills, KI-Kommunikation und Prompting-Techniken im Vordergrund. Auch die Sensibilisierung für KI-Anwendungen, Datenschutzfragen und die Beratung zum EU AI Act gewinnen an Bedeutung. Die Heterogenität der Belegschaften – etwa unterschiedliche IT-Affinitäten zwischen Verwaltung und pädagogischem Personal – stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.

Organisation und Strategieentwicklung

Im Bereich der Organisationsentwicklung geht es vor allem um Prozessoptimierung, Effizienzsteigerung und die Integration von KI in bestehende Systeme wie SAP oder Qualitätsmanagementprozesse. Unternehmen interessieren sich zunehmend für die Identifikation von Use Cases, die Entwicklung von Plattformen und eine strukturierte Datenverwaltung. Gleichzeitig fehlt es oft an Change-Management, um digitale Neuerungen nachhaltig zu verankern.

Vernetzung, Fördermittel und branchenspezifische Bedarfe

Neben der individuellen Beratung suchen Unternehmen verstärkt den Austausch mit anderen Akteuren, etwa über Crosscluster-Veranstaltungen oder digitale Formate wie die „Digitale Mittagspause“. Auch die Fördermittelberatung und Projektstartbegleitung sind gefragte Leistungen. Branchenspezifisch zeigen sich Bedarfe in der Planungsbranche (Elektrotechnik, Bau), der Hausverwaltung, der Wirtschaftsförderung sowie bei Start-ups, die kompakte Lernangebote und praxisnahe Unterstützung benötigen.

Herausforderungen im digitalen Wandel

Die 2025 genannten Herausforderungen spiegeln die Vielschichtigkeit der digitalen Transformation wider und werden auch 2026 große Rollen spielen. Unternehmen sehen sich unter anderem konfrontiert mit:

  • Technologische Hürden wie mangelnde Datenqualität, Silodenken und lange Rüstzeiten.
  • Organisatorische und kulturelle Barrieren, etwa Widerstände gegen neue Technologien oder fehlende strategische Ausrichtung.
  • Marktveränderungen, die neue Anforderungen an Kundenakquise und Geschäftsmodellentwicklung stellen.
  • Regulatorische Vorgaben (z. B. EU-Vorgaben) sowie Themen wie Nachhaltigkeit, CO₂-Neutralität und die Energiekrise.
  • Strukturelle Veränderungen, etwa durch Stellenabbau oder die Integration in Konzernprozesse.

Das Zukunftszentrum Süd begleitet Unternehmen dabei, diese Herausforderungen zu bewältigen und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln – praxisnah, branchenübergreifend und mit einem klaren Blick auf die Potenziale von KI und Digitalisierung.

Dr. Christiane Heimann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH im Zukunftszentrum Süd

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